anne frisius filmemacherin


"Ich hab gedacht, ich bleibe auf der Straße"
10 Jahre Interkulturelles Frauenhaus* Berlin

2011
61 min., Regie Anne Frisius, Kamera Ute Freund, Musik Molly G

Im Januar 2011 treffen sich Frauen wieder, die vor 10 Jahren im Frauenhaus Zuflucht gefunden hatten. In der Zwischenzeit haben sie sich alle ein neues Leben aufgebaut, mit ihren Kindern in einer eigenen Wohnung und einer Arbeit. Sie haben sich alle aus dem Gewalt- und Abhängigkeitsverhältnis von ihrem Ex-Mann befreien können und sprechen jetzt rückblickend über ihren langen, schwierigen Weg.

Die meisten Frauen wussten ursprünglich weder, dass es Frauenhäuser gibt, noch welche Rechte sie hatten. Sie sahen sich selbst aber auch als eigenständige, selbstbewusste Frauen.

Trotz aller Widrigkeiten und ohne zu wissen, was sie erwartet, haben die Frauen den Schritt gewagt, sich aus den Gewaltverhältnissen zu befreien. „Ich hab gedacht, ich bleibe auf der Straße“ war die Einschätzung von Affoué Konan. Gefunden hat sie ein neues zu Hause ohne Gewalt, mit professioneller Unterstützung.

Die interkulturelle Initiative, hat sich auf Frauen mit Migrationshintergrund spezialisiert: die Initiatorinnen gehen davon aus, dass diese Frauen viele zusätzliche statusbedingte Probleme haben und deshalb intensive Beratung und Unterstützung benötigen. Die Mitarbeiterinnen unterstützen die Frauen bei den Behörden in ihrem Bemühen um einen eigenen Aufenthaltsstatus, eine Arbeitserlaubnis, Fort- oder Weiterbildungen, die Anerkennung ihrer Qualifikationen aus den Herkunftsländern,...

Zehn Jahre später können auch die Kinder über ihre damalige Situation sprechen.

Ein Grundproblem, aller dieser Frauen ist es, eine ausreichend bezahlte Arbeit zu finden. Als Alleinerziehende bekommen sie oft nicht die Möglichkeit zu einer Aus- oder Fortbildung. Mit gering qualifizierter Arbeit aber, verdienen sie zu wenig, um für sich und die Kinder sorgen zu können. Und deshalb wiederum wird ihnen ein gesicherter Aufenthaltsstatus verwehrt: ein Teufelskreis.

Im Film erzählen diese mutigen und Mut machenden Frauen ihre Geschichten. Sie haben viel geschafft und engagieren sich hartnäckig für ein eigenständiges, sicheres und gutes Leben für sich und ihre Kinder.

Der Film ist unterteilt in Kapitel:
- Die Geschichten der Frauen
- Die Kinder
- Die Interkulturelle Initiative e.V.
- Wie geht es weiter?

* Ein Frauenhaus bietet vorübergehend eine geschützte Unterkunft an, für Frauen, die für sich und ihre Kinder eine Zuflucht vor dem gewalttätigen Ehemann oder Partner benötigen. Die interkulturelle Initiative e.V. betreibt ein Frauenhaus, ein Wohnprojekt und eine Beratungsstelle; sie wird von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen gefördert.
** Alle Namen der ehemaligen Bewohner_innen wurden zu ihrem Schutz geändert.

   

Film bestellen: über die die interkulturelle Initiative, www.interkulturellesfrauenhaus.de